– ein stürmischer Ausflug in den Wetterpark

Am 24. Oktober machten sich 18 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit einigen interessierten Eltern sowie den beiden der Lehrerin Frau Margaryta Korolenko und Herrn Dr. Stefan Brückmann, die Leiter der AG für Begabungsförderung auf den Weg nach Offenbach, um den dortigen Wetterpark zu besuchen. Los ging es bereits um 8:30 Uhr am Bahnhof Bad Nauheim. Mit Regionalbahn, S-Bahn und Bus erreichte die Gruppe schließlich ihr Ziel. Am Besucherzentrum erwartete sie bereits der Führer, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Welt der Meteorologie mitnahm.

Die Führung begann an einer automatischen Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Hier wurde erklärt, wie verschiedene Sensoren die aktuellen Wetterdaten erfassen und an den Großrechner des DWD übermitteln. Nach Prüfung der Messwerte werden diese weltweit verbreitet und bilden eine wichtige Grundlage für Wettervorhersagen und Unwetterwarnungen. Anschaulich wurde dabei deutlich, wie viel Technik hinter einer scheinbar einfachen Wettervorhersage steckt.
An der nächsten Station ging es um Gewitter. Dass dabei enorme Kräfte wirken, zeigte eine beeindruckende Zahl: Bis zu 400.000 Ampere können während eines Blitzes durch einen nur etwa zwölf Millimeter dicken Blitzkanal fließen. Die Entstehung von Gewittern, Donner und Hagel wurde ebenso erläutert wie die Möglichkeit, die Entfernung eines Gewitters abzuschätzen. Ein vom Blitz getroffener Eichenstamm machte zusätzlich deutlich, welche zerstörerische Kraft ein Blitzschlag entwickeln kann.
Wie schwer eigentlich Luft ist, erfuhren die Teilnehmer an der Station zum Luftdruck. Ein Würfel, dessen Gewicht der Luftmasse von 27 Kubikmetern entspricht, konnte dort angehoben werden. Das Experiment verdeutlichte eindrucksvoll, dass wir ständig von einer gewaltigen Luftmasse umgeben sind, ohne deren Gewicht bewusst wahrzunehmen. Auch das Zusammenspiel von Hoch- und Tiefdruckgebieten und die damit verbundenen Druckunterschiede wurden erklärt. An der Station Atmosphäre erfuhren die Besucher, warum die dünne Gashülle der Erde für das Leben unverzichtbar ist. Sie schützt uns vor gefährlicher UV-Strahlung und ist zugleich verantwortlich für viele Erscheinungen, die wir täglich beobachten können – vom blauen Himmel über das Morgen- und Abendrot bis hin zu den vielfältigen Wettervorgängen.

Weiter ging es mit dem Thema Wind. Anhand von zwanzig roten Windfahnen ließ sich die aktuelle Windrichtung bestimmen. Auch die Windstärke konnte mithilfe der Beaufortskala eingeschätzt werden. Dabei wurde deutlich, dass Wind weit mehr ist als nur bewegte Luft: Er sorgt für den Ausgleich zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten sowie zwischen warmen und kalten Luftmassen. Die Sonne als Motor unseres Wetters stand an der folgenden Station im Mittelpunkt. Sie bestimmt nicht nur den Wechsel von Tag und Nacht und die Jahreszeiten, sondern liefert auch die Energie für Wind und Wetter. An einer Sonnenuhr konnte die Tageszeit abgelesen werden. Besonders anschaulich war die Möglichkeit, auf einer schwarzen Oberfläche selbst zu fühlen, wie Sonnenstrahlung in Wärme umgewandelt wird.
Den Abschluss der Führung bildete die Station Wetter und Klima. Hier wurde das Zusammenspiel der Elemente Sonne, Wasser, Erde und Luft erläutert. Verschiedene Diagramme veranschaulichten typische Wetterabläufe, während auf einer Weltkarte die unterschiedlichen Klimazonen zugeordnet werden konnten. Am Beispiel von Offenbach wurde schließlich der Unterschied zwischen dem täglich wechselnden Wetter und den langfristigen Klimaverhältnissen erklärt. Erstaunt war Dr. Stefan Brückmann als unser Führer erklärte, dass der Welt Klimarat IPCC nun für seine Prognosen eine Entwarnung gegeben hätte. Nicht mehr 5 bis 8 ° C wären zu erwarten sondern 2 bis 3° C. Herr Dr. Brückmann erwiderte, das 2 bis 3 ° C sicher erträglicher sind, aber von einer Prognose 5 bis 8 ° C hätte er nie gehört. Hingegen hat der Klimaforscher Mojib Latif kürzlich erklärt, das im Prinzip alle Prognosen der Klimaforscher im wesentlichen eingetroffen wären. Außerdem würde Dr. Brückmann es nicht als Entwarnung betrachten wenn es künftig in Afrika Gegenden geben wird, die auch Nachts nicht mehr unter 37° C abkühlen würden und damit eine Todeszone für Menschen wäre, da sie dort nicht leben könnten. Auch ein erheblicher Anstieg des Meeresspiegels, der ganz Holland und große Teile von Norddeutschlands unter Wasser setzt, ist nicht wünschenswert. Was auch gerne Vergessen wird sind Einwanderer wie Mücken die Malaria, West Nil Fieber und ähnliche Krankheiten nach Nordeuropa brächten. Eigentlich warteten noch weitere Stationen auf die Gruppe, darunter Wettersatelliten, Wetterradar, Strahlstrom, Wolken, Phänologie, Niederschlag und Sicht sowie ein Baumpfad. Doch das Wetter machte den Besuchern einen Strich durch die Rechnung: Die Temperaturen waren so niedrig und der Wind so unangenehm, dass an eine Fortsetzung der Führung kaum noch zu denken war. So freuten sich schließlich alle auf den angenehm überheizten Bus, der die Gruppe zurück zum Bahnhof brachte.
Pünktlich um 14:05 Uhr erreichten die Exkursionsteilnehmer wieder Bad Nauheim. Auch wenn nicht alle Stationen besichtigt werden konnten, bot der Besuch im Wetterpark zahlreiche interessante Einblicke in die Entstehung und die Zusammenhänge unseres Wetters. Und eine wichtige Erkenntnis blieb sicherlich allen in Erinnerung: Wetter lässt sich zwar wunderbar erforschen, aber leider nicht immer nach den eigenen Wünschen bestellen.

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