
Drogenprävention mit Daniel Gebhart
Wie schnell können aus falschen Entscheidungen Abhängigkeiten werden? Was bedeutet es, wenn Alkohol und Drogen zunehmend das eigene Leben bestimmen? Und vor allem: Ist es möglich, den Weg zurückzufinden?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich am Dienstag die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe und der E-Phase bei einer besonderen Lesung in unserer Aula. Zu Gast war Daniel Gebhart, Autor und Initiator des Präventionsprojekts „Straßenstaub“, der anhand seiner eigenen Lebensgeschichte eindrücklich über Drogen, Sucht und die Möglichkeit eines Neuanfangs sprach.
Daniel Gebhart weiß dabei aus eigener Erfahrung, wovon er erzählt. Alkohol, Drogen und Kriminalität bestimmten über Jahre Teile seines Lebens. In seinem autobiografischen Buch „Strassenstaub“ schildert er den Weg eines Jugendlichen, der nach mehreren Schicksalsschlägen immer tiefer in das Drogenmilieu gerät – und schließlich den Absprung schafft. Bei seiner Lesung blieb er jedoch nicht beim geschriebenen Text. Immer wieder unterbrach er die Passagen aus seinem Buch, erzählte frei von seinen Erfahrungen und suchte den direkten Kontakt zu den Jugendlichen. Gerade diese Verbindung aus Literatur und persönlichem Bericht machte die Folgen von Sucht auf eine Weise greifbar, die weit über Zahlen und abstrakte Warnungen hinausging.
Dabei richtete sich der Blick nicht ausschließlich auf die Gefahren von Drogen. Im Mittelpunkt standen ebenso Träume, Ziele und die Frage, welche Entscheidungen das eigene Leben prägen. Gebharts Botschaft an die Jugendlichen war entsprechend deutlich: Auch schwierige Lebenssituationen müssen nicht das Ende eines Weges bedeuten. Veränderung ist möglich – und es lohnt sich, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Mit der erstmaligen Lesung von „Strassenstaub“ konnte die Drogenprävention an der Sankt Lioba Schule so um einen besonderen Zugang erweitert werden: persönlich, unmittelbar und auf Augenhöhe. Wir freuen uns sehr über die rege Beteiligung bei der Fragerunde, die uns verdeutlicht hat, wie groß das Interesse hier auf Schülerinnen- und Schülerseite ist.
Eine Begegnung, die nicht nur vor den Folgen von Sucht warnte, sondern vor allem Mut machte, eigene Entscheidungen bewusst zu treffen und die eigenen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.
