
Sankt Lioba-Schule stellt erneut im Kunstverein Bad Nauheim aus
Zum Abschluss des Schuljahres präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Kunst-Wahlpflichtkurse der Jahrgänge 9 und 10 der Sankt Lioba-Schule ihre letzte Ausstellung in diesem Schuljahr im Kunstverein Bad Nauheim. Unter der Leitung von Herrn Kloos und Frau Fabiano entstand mit der Galerie in der Trinkkuranlage die nun siebte Kooperation.
Im Mittelpunkt der Schülerarbeiten stand die kürzlich vergangene Ausstellung “Headquarters” des Leipziger Künstlers Rayk Goetze. Dieser ist bekannt für seine kraftvolle figürliche Malerei, in der intensive Farben, ausdrucksstarke Menschenbilder und kunsthistorische Bezüge aufeinandertreffen. Seine Werke verbinden traditionelle Maltechniken und Anklänge mit einer modernen, teils rätselhaften Bildsprache. Häufig wirken seine Figuren wie Wesen zwischen Gegenwart, Mythos und innerer Vision: körperlich präsent, farblich aufgeladen und zugleich von spirituellen oder symbolischen Elementen durchzogen.
Auf diese Bildwelt antworteten die Schülerinnen und Schüler mit eigenen kreativen Arbeiten. Sie griffen Aspekte aus Goetzes Malerei auf, entwickelten sie weiter, übersetzten sie in persönliche Bildideen und setzten sich dabei mit Farbe, Figur, Ausdruck und Atmosphäre auseinander. So entstand eine vielschichtige Ausstellung, die zeigte, wie zeitgenössische Kunst junge Menschen zum genauen Hinsehen, Nachdenken und eigenen Gestalten anregen kann.
Ein besonderer Höhepunkt der Kooperation war die Vernissage der Ausstellung von Rayk Goetze, bei der einige Schülerinnen und Schüler den Künstler persönlich kennenlernen und ihm Fragen stellen durften. Besonders eindrücklich blieb dabei eine Anekdote über seinen Weg zur Malerei: Seine erste intensive Begegnung mit dem Malen begann mit Liebeskummer, einem aufgebrochenen Spind und einem Foto, das er unbedingt festhalten wollte. Aus einer emotionalen Ausnahmesituation wurde ein künstlerischer Impuls. Für die Jugendlichen wurde damit greifbar, dass Kunst nicht nur aus Technik entsteht, sondern oft auch aus persönlichen Erfahrungen, starken Gefühlen und dem Wunsch, etwas festzuhalten, das sonst verloren ginge.
Die Ausstellung der Schülerinnen und Schüler war am 11. und 12. Juni jeweils von 12 bis 18 Uhr im Kunstverein Bad Nauheim in der Trinkkuranlage zu sehen. Besucherinnen und Besucher konnten dort erleben, wie lebendig die Auseinandersetzung mit professioneller Kunst im schulischen Kontext werden kann.
Auch im kommenden Schuljahr setzen die Sankt Lioba-Schule und der Kunstverein Bad Nauheim ihre Zusammenarbeit fort. Geplant sind weitere Kooperationsausstellungen, die sich thematisch erneut a den jeweiligen Ausstellungen des Kunstvereins orientieren.
Damit bleibt die Kooperation ein wichtiger Baustein kultureller Bildung: Sie bringt Schülerinnen und Schüler nicht nur mit Kunst in Berührung, sondern mitten hinein in den Dialog mit Künstlerinnen, Künstlern, Ausstellungsräumen und der eigenen kreativen Stimme.
